Homo Magi 

Meerjungfrauen shopt man nicht

19.01.2020

Hallo Salamander,

in der Tageszeitung las ich voller Verwunderung, dass „mermaiding“ der neue Trend für Aqua-Messen sei. Meine ganzen schönen Assoziationen dazu waren aber nicht schön, sondern reduzierten sich auf stumme Geliebte aus dem Meer, die es immer zurück unter die Wellen zog, wobei sie gerne ihren sterblichen Geliebten mitzogen.

Pustekuchen.

Wikipedia hilft:

Bei dieser Schwimmsportart wird versucht, sich in einem entsprechenden Kostüm mit einer Monoflosse (mit oder ohne Stoffbezug) wie eine Meerjungfrau im Wasser fortzubewegen. Der Schwimmstil ähnelt dem Flossenschwimmen und dem Delfin-Stil.

Weltweit gibt es mittlerweile Frauen und Männer, die als „professionelle Meerjungfrauen und Meermänner“ als Entertainer oder Unterwassermodels arbeiten. Zu den bekanntesten professionellen Meerjungfrauen gehören Mermaid Melissa, Hannah Mermaid und die deutsche Mermaid Kat.[1]

Natürlich braucht man dafür eine Meerjungfrauenflosse, denn ohne die ist man keine echte Meerjungfrau.

Ganz kurzer Realitätscheck. Haben wir ein Problem mit zu viel Plastik im Meer? Ja. Ist die Meerjungfrauenflosse voll aus Stoffen, die man höchstwahrscheinlich nicht einfach recyceln kann? Ja. Kann man Schwimmen auch ohne Meerjungfrauenflosse? Ja. Haben wir ein Problem in der Gesellschaft, dass sowieso zu wenige Kinder aus armen Familien nicht schwimmen lernen? Ja. Kostet dieses Mermaiding-Angebot Extra-Geld für Anleitung und Kleidung, was gerade arme Familien nicht haben? Ja.

Und abschließend: Ist Mermaiding Sprachpanscherei auf hohem Niveau? Ja.

 

Dein Homo Magi

 

 

 

 

 


 

 

 


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