Homo Magi 

Mein Geld

26.07.2020

Hallo Salamander,

immer wieder höre ich „mein Geld arbeitet für mich“. Ich fand den Kommentar immer schon schlimm und falsch, denn Geld arbeitet nicht von alleine. Menschen müssen dafür arbeiten, dass Geld mehr wird (ich habe auch irgendwann das Zinssystem verstanden, obwohl ich eigentlich bei Marx & Engels sowie den Kauri-Muscheln als Tauschobjekt mental ausgestiegen bin).

Geld wird nicht von alleine mehr. Jemand muss etwas herstellen, damit mehr Dinge existieren, die man bezahlen kann. Wenn man zu viel Geld druckt, dann … Aber da landet man schnell in den Gefilden der Menschen mit Metallhüten und Angst vor Weltraumstrahlung.

Dazu kommt jetzt in Corona-Zeiten ein neuer Aspekt. Gerade im öffentlichen Dienst, der gefühlt Monate lang im „lockdown“ war, herrscht das Gefühl vor, man würde irgendwie bezahlt, mit öffentlichen Mitteln oder eben Steuern. Die sind natürlich auch nur da, weil andere Menschen arbeiten und das Geld verdienen. Wenn durch den Virus immer weniger Menschen arbeiten, aber eine Gruppe weiterhin ihr Geld bekommt, ohne produktiv tätig zu sein (wenn wir den Begriff mal weit fassen wollen, was „Produktivität“ betrifft), dann kippt das System irgendwann.

Ich glaube nicht an marodierende Straßenbanden, die wegen Hunger gezwungen sind, Supermärkte im Herzen Deutschlands auszurauben. Aber ich glaube auch nicht an die Zahnfee oder daran, dass „Geld arbeitet“.

Magie wird nebenbei mehr, wenn man sie anwendet. Nur so am Rande erwähnt.

Dein Homo Magi

 

 

 

 

 


 

 

 


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